Wie schreibe ich Code in JavaScript? Ein praktischer Einstieg für Anfänger
Lukas Fehrenbach 29 November 2025 0

Wenn du zum ersten Mal Code in JavaScript schreibst, fühlt es sich vielleicht an, als würdest du eine fremde Sprache lernen - und das ist auch so. Aber du brauchst keine Angst davor zu haben. JavaScript ist nicht kompliziert, wenn du mit den richtigen Schritten anfängst. Es ist die Sprache, die Webseiten lebendig macht: Knöpfe, die reagieren, Bilder, die sich verschieben, Formulare, die prüfen, ob du etwas eingegeben hast. Und du kannst das alles selbst bauen - mit ein paar einfachen Zeilen.

Was brauchst du, um JavaScript zu schreiben?

Du brauchst nicht viel. Keine teure Software. Kein spezielles Gerät. Ein einfacher Texteditor reicht völlig aus. Auf einem Mac kannst du TextEdit nutzen, auf Windows den Editor oder Notepad++. Aber du solltest lieber einen echten Code-Editor nehmen, wie Visual Studio Code ein kostenloser, leistungsstarker Code-Editor von Microsoft, der speziell für Webentwicklung optimiert ist. Er hebt Syntax farbig hervor, hilft dir bei Fehlern und hat sogar Vorschläge, was du als Nächstes schreiben könntest.

Und für das Ausführen deines Codes? Du brauchst nur einen Webbrowser. Chrome, Firefox, Edge - alle können JavaScript ausführen. Öffne einfach eine leere HTML-Datei in deinem Browser, und du bist bereit.

Dein erster JavaScript-Code

Erstelle eine neue Datei mit dem Namen index.html. Schreibe das hier hinein:

<!DOCTYPE html>
<html>
<head>
    <meta charset="utf-8">
    <title>Mein erstes JavaScript</title>
</head>
<body>
    <script>
        alert("Hallo Welt!");
    </script>
</body>
</html>

Speichere die Datei und öffne sie mit einem Doppelklick in deinem Browser. Ein kleines Fenster poppt auf: "Hallo Welt!". Das war dein erster JavaScript-Code. Die Funktion alert() zeigt eine Nachricht an - einfach, aber effektiv.

Du hast gerade drei Dinge gelernt:

  1. JavaScript wird in einem <script>-Tag eingefügt.
  2. Zeilen enden normalerweise mit einem Semikolon (obwohl es nicht immer nötig ist).
  3. Text in Anführungszeichen ist eine Zeichenkette - auch String genannt.

Wie funktioniert JavaScript wirklich?

JavaScript ist eine Skriptsprache. Das bedeutet: Der Code wird nicht vorher kompiliert, sondern direkt vom Browser ausgeführt - Schritt für Schritt. Du schreibst Befehle, und der Browser folgt ihnen, als wäre er ein Roboter, der genau liest, was du sagst.

Stell dir vor, du gibst dem Browser eine Liste mit Aufgaben:

  • Schreibe "Hallo" auf die Seite.
  • Warte, bis der Benutzer auf einen Knopf klickt.
  • Ändere die Farbe des Textes.

Das ist JavaScript. Es reagiert auf Ereignisse - Klicks, Tastendruck, Laden der Seite. Und es verändert das, was du siehst: Text, Bilder, Layout. Es ist die Stimme, die die Webseite zum Sprechen bringt.

Abstrakte Darstellung von JavaScript-Code, der interaktive Elemente wie Knöpfe und Textfelder in einer digitalen Landschaft aktiviert.

Grundlegende Konzepte: Variablen, Funktionen, Bedingungen

Jetzt gehst du einen Schritt weiter. Du willst nicht nur Nachrichten anzeigen - du willst rechnen, entscheiden, wiederholen. Dafür brauchst du drei Werkzeuge: Variablen, Funktionen und Bedingungen.

Variablen - dein Speicher

Variablen sind wie kleine Kisten, in denen du Werte ablegst. Du nennst sie, gibst ihnen einen Inhalt, und kannst ihn später wieder holen.

let name = "Anna";
let alter = 25;
let istStudent = true;

let sagt dem Browser: "Ich will eine neue Kiste anlegen." Danach kommt der Name der Kiste, dann ein Gleichheitszeichen, und dann der Wert. Du kannst später den Wert ändern:

alter = 26;

Du kannst auch mit Variablen rechnen:

let zahl1 = 10;
let zahl2 = 5;
let summe = zahl1 + zahl2; // summe ist jetzt 15

Funktionen - deine Werkzeuge

Funktionen sind wie Rezepte. Du schreibst sie einmal, und kannst sie immer wieder aufrufen. Zum Beispiel:

function begruessen(name) {
    alert("Hallo " + name + "!");
}

begruessen("Max"); // zeigt: Hallo Max!
begruessen("Lena"); // zeigt: Hallo Lena!

Du hast eine Funktion namens begruessen erstellt, die einen Namen erwartet. Jedes Mal, wenn du sie aufrufst, führt sie den gleichen Code aus - mit dem neuen Namen.

Bedingungen - Entscheidungen treffen

JavaScript kann entscheiden. Mit if prüfst du, ob etwas wahr ist:

let alter = 17;

if (alter >= 18) {
    alert("Du darfst wählen.");
} else {
    alert("Du bist noch zu jung.");
}

Das ist die Grundlage für fast alles, was interaktiv ist: Wenn der Benutzer ein Passwort eingibt, prüfst du, ob es lang genug ist. Wenn die Uhrzeit nach 18 Uhr ist, zeigst du einen anderen Text an.

Was kommt als Nächstes?

Jetzt kennst du die Grundlagen: Variablen, Funktionen, Bedingungen. Aber JavaScript kann viel mehr. Als nächstes lernst du:

  • DOM das Dokumentobjektmodell, eine Schnittstelle, mit der JavaScript die Struktur einer Webseite verändert: Wie du Texte auf der Seite änderst, ohne die ganze Seite neu zu laden.
  • Event-Listener Mechanismen, die auf Benutzeraktionen wie Klicks oder Tastendruck reagieren: Wie du auf einen Knopf drücken wartest und dann etwas tust.
  • Arrays Listen von Werten, die du durchlaufen kannst, wie eine Einkaufsliste: Wie du mehrere Daten gleichzeitig speicherst und bearbeitest.
  • Schleifen Wiederholungen, die Code mehrmals ausführen, ohne ihn kopieren zu müssen: Wie du 100 Zahlen addierst, ohne 100 Zeilen zu schreiben.

Ein gutes Projekt für den Anfang: Ein kleiner Taschenrechner, der nur mit JavaScript funktioniert. Oder ein To-Do-List-Tool, bei dem du Aufgaben hinzufügen und löschen kannst - alles im Browser, ohne Server.

Vergleichsansicht: Ein Anfänger lernt Grundlagen links, rechts baut er eine dynamische To-Do-Liste mit JavaScript.

Typische Fehler und wie du sie vermeidest

Alle Anfänger machen diese Fehler - und das ist völlig normal.

  • Semikolon vergessen: JavaScript erlaubt es oft, sie wegzulassen. Aber manchmal führt das zu unerwartetem Verhalten. Gib sie lieber immer dazu.
  • Typografische Anführungszeichen: Du schreibst "Hallo" mit „ und “ statt mit "? Das funktioniert nicht. Nutze immer die einfachen Anführungszeichen von deiner Tastatur.
  • Groß-/Kleinschreibung: name ist nicht das gleiche wie Name. JavaScript unterscheidet zwischen Groß- und Kleinschreibung.
  • Zeichenketten und Zahlen verwechseln: "5" + "3" ergibt "53", nicht 8. Du musst Number("5") nutzen, um aus Text eine Zahl zu machen.
  • Der Browser sagt nichts: Wenn nichts passiert, öffne die Entwicklertools (F12) und schau in die Konsole. Dort stehen Fehler - oft genau gesagt, was schiefgelaufen ist.

Wo lernst du weiter?

Es gibt viele gute Ressourcen. Hier sind drei, die wirklich funktionieren:

  • freeCodeCamp eine kostenlose, interaktive Plattform mit praktischen Projekten, die dich Schritt für Schritt durch JavaScript führt
  • JavaScript.info eine umfassende, gut strukturierte Online-Dokumentation mit klaren Beispielen und Übungen
  • MDN Web Docs die offizielle Dokumentation von Mozilla, verlässlich und technisch genau - ideal, wenn du tiefer einsteigen willst

Keine Kurse brauchst du nicht. Schreibe einfach Code. Jeden Tag. Zehn Minuten. Ein kleines Problem lösen. Ein Knopf, der eine Nachricht ändert. Eine Liste, die sich erweitert. Wiederhole das. Nach drei Wochen wirst du überrascht sein, was du kannst.

Was kannst du mit JavaScript alles bauen?

JavaScript ist nicht nur für Webseiten. Heute wird es für:

  • Web-Apps wie Google Docs oder Trello
  • Mobile Apps mit React Native oder Ionic
  • Serverseitige Anwendungen mit Node.js
  • Spiele im Browser
  • Desktop-Programme mit Electron

Das ist die Kraft von JavaScript: Es ist überall. Und du kannst damit anfangen - heute, mit deinem Browser.

Kann ich JavaScript ohne HTML lernen?

Technisch ja - du kannst JavaScript in der Browser-Konsole oder mit Node.js ausführen. Aber du lernst dann nicht, wie es in der realen Welt funktioniert. HTML ist die Struktur, CSS ist das Aussehen, JavaScript ist die Interaktion. Sie gehören zusammen. Wenn du JavaScript lernst, lernst du am besten, wie du es mit HTML und CSS verbindest.

Wie lange dauert es, JavaScript zu lernen?

Du kannst die Grundlagen in einer Woche verstehen - Variablen, Funktionen, Bedingungen. Aber flüssig werden? Das dauert Monate. Es geht nicht darum, alles zu wissen, sondern darum, Probleme zu lösen. Wenn du jeden Tag 15 Minuten Code schreibst, bist du in drei Monaten so weit, dass du kleine Projekte selbstständig machst. Die meisten Profis lernen nie aufhören - sie bauen einfach immer weiter.

Ist JavaScript schwerer als Python?

Das hängt davon ab, was du willst. Python ist einfacher für Datenanalyse oder Skripte auf dem Computer. JavaScript ist einfacher, wenn du etwas im Browser bauen willst - weil es direkt da läuft, wo du es siehst. Beide sind nicht schwer. Du wirst dich nur an die Regeln gewöhnen müssen. Wenn du mit Webseiten arbeiten willst, ist JavaScript die natürliche Wahl.

Warum funktioniert mein Code nicht?

Die häufigsten Gründe: Ein Tippfehler, ein fehlendes Semikolon, ein falscher Dateiname oder dass du die HTML-Datei nicht im Browser geöffnet hast. Öffne die Entwicklertools (F12), klicke auf "Konsole" und schau, welche Fehler angezeigt werden. Die meisten Fehler sagen genau, in welcher Zeile der Fehler ist. Lies sie - sie sind deine besten Freunde.

Sollte ich Frameworks wie React lernen?

Nein - nicht jetzt. Frameworks wie React, Vue oder Angular sind mächtig, aber sie bauen auf den Grundlagen auf. Wenn du noch nicht weißt, was eine Variable oder eine Funktion ist, wirst du mit React nur verwirrt. Lerne zuerst reines JavaScript. Danach kannst du Frameworks leichter verstehen - und sie werden dich nicht mehr überfordern.