Was ist die beste Datenbank für PHP? Die praktische Entscheidungshilfe 2026
Lukas Fehrenbach 14 Januar 2026 0

Wenn du mit PHP arbeitest, steht irgendwann die gleiche Frage im Raum: Welche Datenbank passt wirklich zu deinem Projekt? Viele Anfänger denken, MySQL ist die einzige Wahl - weil es überall vorkommt. Aber das ist 2026 nicht mehr wahr. Die beste Datenbank für PHP hängt nicht davon ab, was am häufigsten installiert ist. Sondern davon, was deine Anwendung braucht: Geschwindigkeit, Skalierbarkeit, Datenintegrität oder einfache Handhabung.

Warum du nicht einfach MySQL nehmen solltest

MySQL war jahrelang die Standardwahl für PHP-Anwendungen. WordPress, Drupal, Joomla - alle laufen darauf. Aber das heißt nicht, dass es immer die beste Wahl ist. MySQL ist gut für einfache Webseiten, aber es hat Schwächen, die du erst merkst, wenn du wächst. Beispiel: Wenn du komplexe Abfragen mit Joins, Transaktionen oder JSON-Daten brauchst, wird MySQL langsam und unübersichtlich. Es hat keine echten Foreign Key-Constraints in allen Konfigurationen, und die Replikation ist komplizierter als bei anderen Systemen.

Ein echter Fall aus der Praxis: Ein Entwickler in Leipzig baute eine E-Commerce-Plattform mit PHP und MySQL. Nach 6 Monaten, mit 50.000 Produkten und 10.000 täglichen Besuchern, begannen die Abfragen zu hängen. Die Lösung? Umstieg auf PostgreSQL. Die Ladezeiten fielen um 40 %, und die Datenkonsistenz war plötzlich garantiert - ohne zusätzlichen Code.

PostgreSQL: Die stille Überfliegerin für PHP

PostgreSQL ist die Datenbank, die viele Entwickler lieben - aber selten empfehlen, weil sie nicht so bekannt ist wie MySQL. Dabei ist sie in vielen Aspekten überlegen. Sie unterstützt komplexe Abfragen, Volltextsuche, geografische Daten, JSON-Felder und echte Transaktionen - alles ohne Plugins. Und sie ist 100 % open source, genau wie PHP.

PHP arbeitet mit PostgreSQL über die Erweiterung pdo_pgsql. Die Installation ist einfach: apt-get install php-pgsql auf Ubuntu, oder über Composer mit composer require doctrine/dbal. Danach kannst du genauso wie mit MySQL arbeiten - nur mit mehr Sicherheit.

Ein Beispiel: Du speicherst Produktbewertungen mit JSON-Daten. In MySQL müsstest du das mit VARCHAR oder Text fummeln. In PostgreSQL kannst du direkt mit JSON-Feldern arbeiten, sie indizieren und mit SQL abfragen. So kannst du Filter wie „Bewertung > 4 und Schlagwort = ‘nachhaltig’“ in einer einzigen Abfrage lösen - ohne PHP-Logik.

MySQL: Noch immer die praktische Wahl

Ja, MySQL hat Nachteile - aber es hat auch Vorteile, die du nicht ignorieren solltest. Es ist leichter zu installieren, schneller bei einfachen Lese-Operationen, und fast jeder Shared-Hoster bietet es an. Wenn du eine kleine Website, ein Blog oder ein internes Tool baust, ist MySQL die beste Wahl. Es ist robust, gut dokumentiert und hat eine riesige Community.

Ein typisches Szenario: Ein Kleinunternehmer in Dresden will eine einfache Kontaktformular-App mit PHP und MySQL. Keine komplexen Abfragen, keine Transaktionen, keine JSON-Daten. MySQL läuft stabil, kostet nichts, und der Support ist überall verfügbar. Hier wäre PostgreSQL überdimensioniert - und teurer in der Wartung.

Wichtig: Nutze MySQL 8.0 oder höher. Die alten Versionen (5.7 und früher) haben Sicherheitslücken und fehlende Funktionen. MySQL 8.0 hat jetzt auch bessere JSON-Unterstützung und Window Functions - das macht es deutlich leistungsfähiger als früher.

Entscheidungsbaum zeigt die beste Datenbankwahl für PHP-Projekte in vier Pfaden.

SQLite: Die versteckte Perle für kleine Projekte

Wenn du keine Server-Infrastruktur brauchst, ist SQLite die einfachste Lösung. Kein Daemon, keine Konfiguration, keine Benutzerverwaltung - nur eine einzige Datei. PHP hat integrierte Unterstützung über PDO_SQLITE. Du kopierst eine Datei, und schon kannst du lesen und schreiben.

Das ist ideal für:

  • Mobile Apps mit PHP-Backend (z. B. PWA)
  • CLI-Tools oder Skripte, die lokale Daten speichern
  • Prototypen, die du schnell testen willst
  • Webseiten mit weniger als 100 Besuchern pro Tag

Ein echter Use Case: Ein Student in Dresden entwickelte eine Lern-App mit PHP und SQLite. Die App speicherte Lernfortschritte lokal. Kein Server nötig. Keine Kosten. Kein Hosting. Und es lief auf jedem Laptop - egal ob Windows, macOS oder Linux. Nach einem Jahr hatte er 2.000 Nutzer. Kein Ausfall. Kein Support.

SQLite ist keine Alternative für große Webanwendungen. Aber für viele kleine Projekte ist sie die beste Wahl - und oft die einzige, die du brauchst.

Was ist mit MariaDB?

MariaDB ist ein Fork von MySQL - also eine Abwandlung, die von der MySQL-Entwicklergemeinschaft nach der Übernahme durch Oracle entstand. Es ist fast 100 % kompatibel mit MySQL, hat aber bessere Performance bei bestimmten Abfragen und mehr Storage-Engines.

Wenn du MySQL nutzt, kannst du fast immer einfach auf MariaDB umsteigen - ohne Codeänderungen. Viele Hosting-Anbieter bieten heute MariaDB als Standard an. Es ist stabil, schnell und wird aktiv weiterentwickelt. Für die meisten PHP-Anwendungen ist MariaDB die bessere Wahl als MySQL - besonders, wenn du nicht weißt, was du brauchst.

Vergleichstabelle: Die besten Datenbanken für PHP im Jahr 2026

Vergleich der beliebtesten Datenbanken für PHP-Projekte
Datenbank Beste für Performance Datenintegrität JSON-Unterstützung Einfachheit
PostgreSQL Komplexe Anwendungen, E-Commerce, APIs Hoch (bei komplexen Abfragen) Sehr hoch Native, vollständig Mittel
MariaDB Standard-Websites, Blogs, CMS Hoch (bei einfachen Abfragen) Hoch Teilweise (ab 10.2) Hoch
MySQL 8.0+ Größere Projekte mit Standardanforderungen Hoch Mittel-hoch Teilweise (ab 5.7) Hoch
SQLite Prototypen, CLI-Tools, kleine Apps Niedrig (bei vielen Schreibvorgängen) Mittel Nein Sehr hoch
Student arbeitet mit SQLite auf Laptop bei Sonnenlicht, einfache PHP-Entwicklung.

Wie du die richtige Wahl triffst

Es gibt keine „beste“ Datenbank - nur die beste für dein Projekt. Hier ist ein einfacher Entscheidungsbaum:

  1. Brauchst du Transaktionen und Datenkonsistenz? → Wähle PostgreSQL.
  2. Willst du eine einfache Website mit WordPress oder einem CMS? → MySQL oder MariaDB.
  3. Baust du ein kleines Tool oder eine App ohne Server? → SQLite.
  4. Planst du, später auf Tausende von Nutzern zu wachsen? → Beginne mit PostgreSQL - du sparst dir später eine teure Migration.
  5. Hast du keinen Einfluss auf die Serverumgebung? → Nimm, was dein Hosting anbietet - aber prüfe, ob es MySQL 8.0+ oder MariaDB ist.

Ein Tipp: Nutze immer eine ORM wie Doctrine oder Eloquent. Dann kannst du die Datenbank später wechseln - ohne den ganzen Code umzuschreiben. Die Logik bleibt gleich, nur die Konfiguration ändert sich.

Was du vermeiden solltest

Einige Dinge sind einfach falsch - auch wenn sie verbreitet sind:

  • Keine NoSQL-Datenbanken wie MongoDB für PHP-Webanwendungen, wenn du relationalen Datenbedarf hast. MongoDB ist für Logs, Sensordaten oder Content-Management gut - aber nicht für Bestellungen, Benutzerprofile oder Transaktionen.
  • Vermeide alte MySQL-Versionen. MySQL 5.5 oder 5.6 sind unsicher und nicht mehr unterstützt.
  • Nicht mit SQLite in der Cloud arbeiten, wenn du mehr als 10 gleichzeitige Schreibvorgänge hast. Es blockiert die Datei und führt zu Fehlern.

Was kommt als Nächstes?

PHP 8.3 und 8.4 bringen bessere Datenbanktreiber, schnellere PDO-Abfragen und bessere Integration mit JSON-Feldern. PostgreSQL wird weiterhin die beste Wahl für komplexe Projekte bleiben. Und SQLite wird immer mehr in mobile und edge-basierte Anwendungen Einzug halten.

Die Zukunft gehört nicht der schnellsten Datenbank - sondern der intelligentesten Wahl. Wähle nicht danach, was andere nutzen. Wähle danach, was deine Anwendung braucht.

Ist MySQL immer noch die beste Datenbank für PHP?

MySQL ist nicht immer die beste Wahl, aber es ist immer noch die praktischste für einfache Webseiten, CMS wie WordPress oder kleine Projekte. Für komplexe Anwendungen mit Transaktionen, JSON-Daten oder hoher Konsistenz ist PostgreSQL die bessere Option. Es hängt vom Use Case ab - nicht von der Popularität.

Kann ich von MySQL zu PostgreSQL wechseln?

Ja, du kannst wechseln - aber es ist keine einfache Kopie-und-Einfüge-Aktion. Du musst die Tabellendefinitionen anpassen, Funktionen umschreiben und die Abfragen optimieren. Tools wie pgloader helfen bei der Migration, aber du solltest die Anwendung testen, bevor du live gehst. Nutze eine ORM wie Doctrine, um den Aufwand zu minimieren.

Ist MariaDB besser als MySQL?

Ja, in den meisten Fällen. MariaDB ist kompatibel mit MySQL, hat aber bessere Performance bei bestimmten Abfragen, mehr Storage-Engines und eine aktivere Community. Viele Hosting-Anbieter haben bereits auf MariaDB umgestellt. Wenn du neu beginnst, wähle MariaDB - es ist die moderne, sichere Version von MySQL.

Warum sollte ich SQLite mit PHP nutzen?

SQLite ist ideal für kleine Projekte, CLI-Skripte, Prototypen oder Apps ohne Server. Du brauchst keine Installation, keine Konfiguration und keine laufende Datenbank. Es läuft mit einer einzigen Datei. Perfekt für Entwickler, die schnell testen wollen - oder für Anwendungen, die auf dem Client laufen.

Welche Datenbank ist am sichersten für PHP?

PostgreSQL gilt als die sicherste relationale Datenbank - mit eingebauter Verschlüsselung, granularen Berechtigungen und strenger Datenintegrität. MySQL und MariaDB sind auch sicher, wenn du die neueste Version verwendest. SQLite ist sicher für lokale Daten, aber nicht für Webanwendungen mit externem Zugriff.